Wenn mehr weniger wollen

Natürlich ist die Welt mehr als schwarz und weiß. Und nichts ist wirklich simpel, aber manchmal fühlt es sich an, als würden sich die Menschen mehr und mehr in zwei Lager geteilt. Dazwischen gibt es natürlich Grau, vielschichtiges Grau. Aber dennoch teilt es sich in die auf, die mehr wollen und haben, und die, die weniger wollen und haben. In unserer Gesellschaft haben viele den Luxus, sich vieles leisten zu können und mobil zu sein. Allerdings sinkt die Mobilität mit der Zahl der Besitztümer, denn wer viel hat, muss auch vieles packen, schleppen und wieder verstauen. Daher haben besonders Menschen, die viel reisen und vor allem in andere Länder umziehen, gemerkt, wie nützlich es ist, weniger Möbel und Gepäck zu haben. Aber auch Heimische erfahren, wie befreiend es sein kann, sich von Ballast zu trennen: Seien es Kleidungstücke die nicht mehr getragen werden, oder die sowieso noch nie richtig passten, Bücher, die schon fünf Mal gelesen wurden, oder die Deko-Utensilien, die so langsam im Regal einstauben.Cookbooks
Im digitalen Zeitalter hilft es, dass wir viel Dinge nicht mehr materiell auf Vorrat brauchen. Kochbücher zum Beispiel. Es kann wunderbar sein diese aufzuschlagen, denn oftmals sind sie sorgfältig editiert und locken mit besonders gut ausgeleuchteten Bildern. Aber auch das ist heutzutage einfach durch Food-Blogs zu ersetzen. Außerdem gibt es Internetforen die nicht nur Rezepte bieten, sondern auch Kommentare, bei denen sich alle Nutzer über ihre Erfahrungen und Abwandlungen von Rezepten austauschen können. Dabei geht es oft nicht nur um Essen, sondern auch um andere Themen, für die ein Rat gesucht wird.
Diesen laufenden Informationsfluss kann ein Buch leider nicht bieten, dafür aber andere Qualitäten. Doch unter dem Aspekt der Mobilität, können gerade Bücher ein Hindernis sein, da sie besonders viel wiegen und Platz im Umzugskarton einnehmen. Das Internet macht es daher möglich weniger zu besitzen, mehr zu teilen und sich darauf zu besinnen, was einem wirklich wichtig ist. Auch wenn man nicht direkt sein ganzes Hab und Gut aufgeben muss, kann es doch befreiend sein, mal wieder den Kleiderschrank auszumisten und sich beim nächsten Schlussverkauf zwei Mal zu überlegen, ob man wirklich kauft.